|
Hartmut:
Grundlage für dieses Relikt der Vampirforschung sind zwei
Dissertationen Ranffts, die er in Form eines Traktats unter dem Titel "De
Masticatione mortuorum in tumulis Liber singularis, continens duas
Dissertationes, quarum prior Historico-Critica, posterior vero
Philosophica est" im Jahr
1728 veröffentlichte.
Der erste Teil geht dabei auf einen Leipziger Vortrag Ranfts, "De
Masticatione mortuorum in tumulis" benannt, im
Jahr 1725
zurück.
Im ersten "historisch-kritischen" Teil sieht Ranft nicht göttliches
Wunderwerk oder teuflisches Treiben als Urheber der Vampire. Wiederum am
Beispiel des Peter Plogojowitz beweißt Ranft im zweiten - dem
"philosophischen" - Teil für die Entstehung von Kauen und Schmatzen in
den Gräbern, sowie das Erscheinungsbild der exhumierten Leichen
natürliche Ursachen. Obwohl selbst mit unseren heutigen bescheidenen
Biologie-Schulkenntnissen, die eine oder andere Idee vorsintflutlich
anmutet - in weiten Teilen hatte Ranft wohl gar nicht mal so unrecht. Er
äußert - wenn auch vorsichtig - die Vermutung, dass Tiere, vielleicht
sogar Schlangen, für das Kauen zuständig sein könnten. Demgegenüber
vermutet er allerdings auch, dass die Menge Blutes nur andere
rotgefärbte Flüssigkeiten sein könnten.
Die abschließende Ausgabe enthält zusätzlich die neueren Berichte über
Arnold Paole und listet und rezensiert die Veröffentlichungen seit dem
Erscheinen seines Traktats zum Thema.
Bemerkenswert ist meiner Meinung nach, das Ranft immer wieder darauf
hinweist, dass die Auferstehung eines Vampirs in keinem Fall durch
hinreichende und glaubwürdige Zeugen zu belegen ist. Ein recht
vergnügliches Unterhaltungspotential haben zusätzlich die kleinen (teils
recht direkten) Seitenhiebe des offensichtlichen Protestanten auf die
Paptisten (also Katholiken). Heute gilt dieses Werk als eine der ersten
ernsthaften Auseinandersetzungen zu diesem Thema. |
→
Bearbeitung 2006
N. Equiamicus
Volltext
→
1. Disseration
-----
U-Books Verlag
ISBN:
978-3-86608-015-7
-----
mehr N.
Equiamicus
→
Vampire - Von damals bis(s) heute
→
Die Vampirplage von Hermsdorf im
Jahre 1755
→
Der vergessene Fall des Vampirs von
Herinbiesch Bearbeitungen zu:
→
Gelehrte
Verhandlung der Materie von den Erscheinungen der Geister und der Vampire in
Ungarn und Mähren (A.
Calmet
→
Kurioser
und sehr wunderbarer Bericht, von denen sich neuerdings in Serbien zeigenden
Blutsaugern oder Vampiren (W.S.G.E.)
→
Lebendig begraben (Hartmann)
→
Schreiben aus dem Gradisker Distrikt in Ungarn
(Frombald)
→
Schreiben eines guten Freundes, die
Vampire betreffend
-----
UBooks Verlag
|
|
Ubooks: Wer
sich jemals mit dem Thema "Vampirismus" ernsthaft beschäftigt hat, wird
mit Sicherheit auf den Namen Michael Ranft gestoßen sein.
Sein 1734 erstmals in kompletter Form erschienenes Traktat gilt noch
heute als eine der wichtigsten Schriften zum Thema ...
Kein anderer Gelehrter der damaligen Zeit setzte
sich derart akribisch und vorurteilsfrei mit dem Thema auseinander. Er
studierte die aktuellen Fälle von Vampirismus genauso wie die
verfügbaren Schriften und bewertete alle Fakten sauber und
nachvollziehbar. Damit schuf er die erste wissenschaftliche Abhandlung
zum Thema Vampire und nach wie vor eine der umfassendsten. Ranft trennte
Wahrheit von Fiktion, protokollierte und wertete forensische Beweise
aus.
nach oben |
|
Traktat von dem Kauen und
Schmatzen der Toten in Gräbern
in einer Bearbeitung von
Nicolaus Equiamicus
2006.
Hartmut:
Wie alle, die sich länger mit Vampiren
beschäftigen, kam auch N. Equiamicus nicht an Ranfts Traktat vorbei. Auf
Grund der geänderten Sprachgewohnheiten und längerer lateinischer
Passagen liest sich das Original heute jedoch recht mühselig. N.
Equiamicus machte sich die Arbeit das Werk in den heutigen Sprachgebrauch
zu übersetzen und es lesbarer zu gestalten. Dass er diese Arbeit nicht
für sich behielt und beim Ubooks-Verlag veröffentlichen konnte, gebührt
ihm und allen Beteiligten Dank und Anerkennung.
nach oben |